Eine neue französisch-europäische Studie weist nach, daß Windkraftanlagen – insbesondere in Gruppen – deutlich mehr störenden Lärm erzeugen, als bisher offiziell angenommen.
Hinweis: Die Studie wurde bislang nicht formal peer-reviewt, stammt jedoch von renommierten Forschungseinrichtungen.
Ich vergleiche das mal ganz krass:
Wenn man die eine Hand in einen Topf mit tiefgefrorenen Eiswürfeln legt (–26 °C) und die andere in kochendes Wasser (100 °C), dann kann man zwar rechnerisch sagen, dass beide Hände im Durchschnitt 37 °C „warm“ sind – aber gesund ist das ganz sicher nicht sondern verursacht bleibende Schäden, sofern man die Hände nicht sofort aus diesen Extremen entfernt.
Ähnlich ist es mit Lärm. Eine reine Durchschnittsbetrachtung der Dezibelwerte reicht bei weitem nicht aus, um die tatsächliche Belastung zu erfassen.
Gerade Schwankungen und rhythmische Geräuschmuster, insbesondere im tieffrequenten Bereich, können den Schlaf massiv stören – und damit mittel- und langfristig die Gesundheit beeinträchtigen.
Noch komplexer wird es, wenn mehrere Windkraftanlagen zusammenwirken: Dann entstehen Überlagerungen, Interferenzen und andere akustische Effekte, die in herkömmlichen Lärmberechnungen kaum oder gar nicht berücksichtigt werden.
Die Studie trägt den Titel:
„Modeling wind farm noise emission and propagation: effects of flow and layout“
und ist hier abrufbar:
– Seite der Cornell-University (arXiv):
https://arxiv.org/abs/2508.13128
– Studie als PDF-Datei:
https://arxiv.org/pdf/2508.13128
Darüber berichtet auch Report24:
https://report24.news/windkraft-skandal-forscher-decken-laermbetrug-auf/
Da die Studie auf Englisch verfasst ist und ich grundsätzlich allen Medien kritisch gegenüberstehe, habe ich ChatGPT gebeten, sie mit dem Artikel in Report24 zu vergleichen – wobei ich auch ChatGPT gegenüber misstrauisch bleibe:
Ich:
Thema: Modeling wind farm noise emission and propagation: effects of flow and layout
Fasst dieser Artikel: https://report24.news/windkraft-skandal-forscher-decken-laermbetrug-auf/ diese Studie: https://arxiv.org/pdf/2508.13128 und deren Wirkung auf Genehmigungen von Windkraftanlagen fachlich korrekt zusammen?
ChatGPT:
Ja, der Artikel von Report24 mit dem Titel „Windkraft-Skandal: Forscher decken Lärmbetrug auf“ stellt die Studie „Modeling wind farm noise emission and propagation: effects of flow and layout“ von Colas et al. korrekt dar und hebt die Auswirkungen auf Genehmigungsverfahren von Windkraftanlagen hervor.
Inhalt der Studie
Die Studie von Colas et al. untersucht, wie die Strömungsphysik innerhalb von Windparks die Geräuschentwicklung und die Schallausbreitung beeinflusst. Durch numerische Simulationen, die Large-Eddy-Simulationen (LES) für die Strömung und akustische Modelle für die Geräuschprognose kombinieren, zeigen die Forscher, dass:
- Im ersten Turbinengang sowohl turbulenzinduzierter Lärm (TIN) als auch Trailing-Edge-Lärm (TEN) auftreten, wobei TIN bei niedrigen Frequenzen und TEN bei höheren Frequenzen dominiert.
- TEN mit zunehmender Entfernung abnimmt, während TIN aufgrund erhöhter Turbulenzdissipation weitgehend bestehen bleibt.
- Diese Effekte in ausgerichteten Windparks stärker ausgeprägt sind, da hier intensivere Wirbelschattierungen auftreten, als in versetzten Anordnungen.
- Versetzte Windparks insgesamt mehr Lärm erzeugen, da die Turbinen bei höheren Windgeschwindigkeiten betrieben werden.
- Die Strömungsdynamik innerhalb des Windparks die Schallausbreitung beeinflusst, wobei die Überlagerung von Wirbeln die Schallfokussierung verändert und zu höheren Schallpegeln und stärkerer Amplitudenmodulation führt, insbesondere bei versetzten Anordnungen.
Diese Phänomene werden in herkömmlichen Modellen, die auf isolierten Turbinen basieren, nicht berücksichtigt. Die Studie betont die Notwendigkeit, Strömungs- und Akustikmodelle zu integrieren, um die Umweltauswirkungen von Windparks genauer zu bewerten.
Darstellung im Report24-Artikel
Der Artikel von Report24 fasst die Ergebnisse der Studie präzise zusammen und hebt hervor, dass die verwendeten Lärmgutachten für Windkraftanlagen auf fehlerhaften und physikalisch unhaltbaren Modellen beruhen. Dies führt zu einer systematischen Unterschätzung der tatsächlichen Geräuschbelastung für Anwohner. Der Artikel stellt die Frage, ob viele Genehmigungen für Windkraftanlagen aufgrund dieser fehlerhaften Gutachten rechtswidrig sein könnten.
Fazit
Die Darstellung der Studie im Report24-Artikel ist fachlich korrekt und hebt die wesentlichen Ergebnisse hervor. Die Studie zeigt auf, dass die aktuellen Modelle zur Lärmbewertung von Windkraftanlagen die komplexen physikalischen Effekte innerhalb von Windparks nicht ausreichend berücksichtigen, was zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Lärmbelastung führt. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Genehmigungsverfahren und die Akzeptanz von Windkraftprojekten in der Bevölkerung.