Wühlmausschutz mit Metallgitter und Schaumglas

Vor einem knappen Jahr hatte ich schon mal einen Blogeintrag geschrieben über das Pflanzen von Apfelbäumen mit Schaumglas als Wühlmausschutz: https://www.konstantin-kirsch.de/2025/05/es-ist-mal-wieder-zeit-apfelbaeumchen-zu-pflanzen.html

Dies hat bei den Apfelbäumen sehr gut funktioniert. Alle 12 Bäume, die so gepflanzt wurden, leben.

Bei einer Esskastanie, die ich so nachgepflanzt hatte, waren die Wühlmäuse jedoch so begierig nach den leckeren Wurzeln, daß sie so stark gewühlt haben, bis sie das Schaumglas weg rollen konnten. Das geht mit aller Wahrscheinlichkeit nur in der ersten Zeit nach dem Pflanzen, wenn der Boden noch locker ist und die Wurzeln noch klein. Sobald der Wurzelballen die Schaumglassteine fest verwachsen haben, können die Wühlmäuse die Steine nicht mehr bewegen und kommen damit nicht mehr zum Herz der Pflanze.

Um einen zusätzlichen Schutz für die ersten Jahre zu haben wählte ich das Metallgitte mit 1 cm großen Löchern, mit dem ich die Esskastanien schon geschützt hatte. Allerdings löst sich dieses Gitter innerhalb von ein paar Jahren auf, deshalb reicht es nicht alleine.

Mein Lösungsansatz ist nun die Kombination aus Gitterkorb und Schaumglasschotter.
Der Gitterkorb hält die ersten 3 Jahre die Schaumglasschottersteine zusammen und läßt Wühlmäuse draußen.
Dann beginnt das Metall zu zerfallen und die Wurzeln halten die Schaumglasschottersteine fest zusammen und die Mäuse können nur außerhalb etwas knabbern. Das kann die Pflanze zwar schwächen aber sie bleibt am Leben. So meine Planung.

Zuerst geht es darum den Gitterkorb zu basteln. Meine Rolle des Metallgitters ist einen Meter breit.
Je nach Größe des Wurzelballens braucht man verschieden große Gittertöpfe. Ich wähle die Größe so, daß unter dem Wurzelballen und seitlich jeweils 5 bis 6 cm Platz ist. Das reicht gut für eine Schicht Schaumglas.

Dies ist mein Schnittmuster:

Die Zahlen unten im Bild sind die Maße des fertigen Gittertopfes.
Der jeweils lange Streifen wird zur runden Wandung und das rechtwinklig abgesetzte Teil wird der Boden.
Selbstverständlich schneidet man den Boden noch so weit zum lockeren Quadrat frei, daß nur 3 Drähte verbunden bleiben.
Dann kann man die zylindrische Wandung gut formen, mit einer feinen Zange ein paar Drahtenden verdrehen, das Boden-Quadrat umklappen, die vier überstehenden Ecken des Quadrates grob an die zylindrische Wand anpassen und jeweils ein paar Drahtenden verdrehen.
Es muss nicht viel halten. Gleich nach der Pflanzung ist das Gitter von beiden Seiten fest gehalten.

Hier im Bild ein Gitterkorb im Pflanzloch. Dahinter ein Eimer Schaumglasschotter und die Pflanze im Topf (diesmal Kiwibeere):

Auf den Gitterboden habe ich zuerst ein paar gesammelte Haare gegeben als Langzeitdünger:

Dann eine Lage Schaumglasschotter:

Dann habe ich etwas vom Oberboden gemischt mit Kompost und Gips (weil mein Boden sehr wenig Calcium und wenig Schwefel hat):

Von der Mischung habe ich eine Handvoll auf den Schaumglasschotter gestreut:

Dann kam der Wurzelballen dazu:

Und um den Wurzelballen kamen mehrere Lagen Schaumglas jeweils mit etwas Erdmischung:

Dann kam oben noch etwas Schaumglas drauf und Erdmischung.
Der Rest der Erdmischung kam außerhalb des Gitterkorbes und die letzten Hohlräume füllte ich mit Oberboden.
Dann kamen noch zwei Robinienstangen in die Erde sowie zwei Plant Saver® Wuchshülle „Microvent VarioWING“ zusammengebaut zu einer extra breiten Schutzhülle zwischen zwei Stäben. Das ist anzuraten bei Kiwis und auch Beerensträuchern weil diese Pflanzen im unteren Bereich weit mehr austreiben als beispielsweise Apfelbäume.

Ein weiterer Schutz ist nötig für die ersten 10 cm des Stammes weil Mäuse gelegentlich auch oberirdisch anknabbern.
Dazu nutze ich seit Jahren erfolgreich selbstschließenden Kabelschlauch (UV-festes Gewebe):

Jetzt muss nur noch etwas Mulch außen rum und Gießwasser:

Das Spalier folgt später. Erst mal müssen die Pflanzen gut anwachsen